Sonntag, 21. Juli 2024

Die verborgene Festung


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Akira Kurosawa

Drei Schufte und die Prinzessin...

Die verborgene Festung" ist ein 1958 enstandenes Meisterwerk von Akira Kurosawa - die Story inspirierte George Lucas zu seiner Weltraumoper "Krieg der Sterne".
Gleichzeitig ist dies auch der erste Film von Akira Kurosawa, den ich gesehen habe und bereits als Jugendlicher war ich total von diesem Samurai Film fasziniert und begeistert.
Der Film beginnt mit den zwei verwahrlosten Bauer Tahei (Minoru Chiaki)und Matashichi (Kamatari Fujiwara), die Soldaten bei der Armee des Hauses Akisuki waren, die Nase voll haben und nur noch nach Hause wollen, da der Fürst auch besiegt und hingerichtet wurde. Doch die Reise in ihr Land ist gefährlich, denn es herrscht immer noch Krieg und die Soldaten des Yamana Clans sind blutrünstig. Zudem sind die beiden auch noch unverbesserliche Gauner und extrem gierig immer den eigenen Vorteil vor Augen zu haben. So bleibt auch der Streit nicht aus, sie trennen sich erbost und werden beide von feindlichen Truppen gefangen genommen, treffen ssich im Lager wieder und versöhnen sich natürlich. Noch einmal gelingt ihnen die Flucht.
An einem Fluß wollen sie die Nacht verbringen und entdecken dort Gold, das in Ästen versteckt wurde. Aber leider werden sie von einem Fremden (Toshiro Mifune) entdeckt, der ihnen aber berichtet, dass noch viel mehr Gold in einer verborgenen Festung versteckt ist, die in der Nähe sein soll.
Sie merken, dass der fremde Mann ihnen nicht alles erzählt. Bald entdecken sie auch ein Mädchen (Misa Uheara), auf das der Fremde Anspruch erhebt. Als sie den Namen des Mannes wissen wollen, gibt er sich als Makabe Rokurota zu erkennen, was die beiden Bauern als völligen Unsinn ansehen, da Rokurota der oberste General des besiegten Akizuki Clans war.
Trotz allem bleibt die ungleiche Gruppe zusammen, denn das Motiv heisst Gold und dies soll durch feindliches Land ins Akizuki Land gebracht werden...



Der japanische Originaltitel lautet "Drei Schufte aus der verborgenen Festung“, und stellt auch General Makabe trotz seines Heldenmuts den beiden törichten, aber habgierigen Bauern gleich. Denn der tapfere Kriegsherr ist auch eine Art Antiheld, der ohne mit der Wimper zu zucken, seine eigene Schwester opfert, um das Leben der Prinzessin zu retten.
Überhaupt hat der Film eine stark märchenhafte Komponente, die aber mit düsteren Kriegs-Sequenzen durchzogen wird. Für Spass sorgen die beiden Tölpel, die manchmal sehr stark an Oliver Hardy und Stan Laurel erinnern.
Akira Kurosawa erhielt auf der Berlinale 1959 den Silbernen Bären für die beste Regie. Auch heute noch ist dieser prächtige Samurai Film sehr faszinierend.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Last Samurai


Regie: Edward Zwick 

Zeitenwende..
 
Obwohl die Action in Edward Zwicks Japan Epos "Last Samurai" nicht vernachlässigt wird, hat der Film in seiner Laufzeit von 154 Minuten auch stille und meditative Momente. Manche Filme von Edward Zwick wie "Blood Diamond" oder "Legenden der Leidenschaft" mögen überbewertet sein, aber mit "Glory" und "last Samurai" sind ihm zwei interessante Filme über kriegerische Handlungen gelungen. In "Glory" mit der 54. Massachusetts Freiwilligeninfanterie, die aus dunkelhäutigen Soldaten bestand und die auf der Seite der Union kämpften. Dafür gab es 3 Oscars und auch eine Regie-Nominierungen bei der Vergabe der Golden Globes. "Last Samurai" entstand eine weiteres überzeugendes Epos über das Ende der Samurai, dass sich zur Zeit der Aufstände zwischen 1868 und 1877 langsam aber sicher vollzog 1876 wird der ehemalige Hauptmann der US-Armee, Nathan Algren (Tom Curise), ein erfahrener Soldat, der zu einem bitteren Alkoholiker geworden ist und durch die Gräueltaten, die er während der Indianerkriege begangen hat, traumatisiert ist, von seinem ehemaligen kommandierenden Offizier Colonel Bagley (Tony Goldwyn) angesprochen. Bagley bittet ihn, die neu geschaffene kaiserlich-japanische Armee für einen japanischen Geschäftsmann, Omura (Massato Harada), auszubilden. Dieser beabsichtigt, mit der Armee einen von Samurai angeführten Aufstand gegen Japans neuen Kaiser zu unterdrücken. Trotz seines Hasses auf Bagley nimmt der verarmte Algren den Job des Geldes wegen an. Er wird von seinem alten Freund, Sergeant Zebulon Gant (Billy Conolly) nach Japan begleitet. Bei seiner Ankunft trifft Algren Simon Graham (Timothy Spall), einen britischen Übersetzer, der sich mit der Kaste der Samurai auskennt. Algren bemerkt sofort, dass die kaiserlichen Soldaten einfach eingezogene Bauern mit schlechter Ausbildung und wenig Disziplin sind. Während er ihnen das Schießen beibringt, erfährt Algren, dass die Samurai eine von Omuras Eisenbahnstrecken angreifen. Omura schickt die Armee dorthin, trotz Algrens Protesten, dass seine Auszubildenden noch nicht bereit seien. Die Schlacht endet in einer Katastrophe, da die undisziplinierten Wehrpflichtigen in die Flucht geschlagen werden und Gant getötet wird. Algren kämpft bis zum Letzten, bevor er umzingelt wird; Er erwartet seinen Tod und wird gefangen genommen, als der Samurai-Anführer Katsumoto (Ken Watanabe) beschließt, ihn zu verschonen. General Hasegawa (Togo Igaawa), ein ehemaliger Samurai, der in der kaiserlichen Armee dient, begeht Seppuku, anstatt gefangen genommen zu werden. Algren wird in Katsumotos Dorf gebracht und auf Katsumotos Wunsch von Taka (Koyuki), Katsumotos Schwester und Witwe eines von Algren getöteten Samurai, aufgenommen. Obwohl er zunächst schlecht behandelt wird, erlangt er schließlich den Respekt der Samurai und kommt Katsumoto nahe. Mit der Hilfe von Taka überwindet Algren seinen Alkoholismus und seine Schuldgefühle, lernt die japanische Sprache und Kultur und wird in der Kunst des Kenjutsu ausgebildet. Er entwickelt Sympathie für die Samurai, die darüber verärgert sind, dass das Tempo der modernen Technologie die Traditionen ihrer Gesellschaft untergraben hat. Algren und Taka entwickeln eine unausgesprochene Zuneigung zueinander. Eines Nachts dringt eine Gruppe Ninja in das Dorf ein und versucht, Katsumoto zu ermorden. Algren rettet Katsumoto das Leben und hilft dann bei der Verteidigung des Dorfes. Algren stellt auch fest, dass Katsumoto alles andere als ein Feind des Kaisers ist. Daher begleitet er ihn auch zu dem jungen und labilen Herrscher (Shichinosuke Nakamura), der zu einer Marionette von Omura wurde.....

Tom Cruise spielt Nathan Algren, einen amerikanischen Hauptmann des 7. Kavallerieregiments, dessen persönliche und emotionale Konflikte ihn nicht loslassen. In der Lebensweise der Samurai und deren System findet er eine neue Heimat und Erfüllung. Eine Philosophie,  in der Ehre, Konzentration, Gelassenheit, Loyalität, Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsstärke einen starken Platz einnehmen. Die Handlung des Films wurde durch den von Saigō Takamori angeführten Satsuma-Aufstand von 1877 und die Verwestlichung Japans durch ausländische Mächte inspiriert. " The Last Samurai" spielte insgesamt 456 Millionen Dollar[3] an den Kinokassen ein und wurde der sechstumsatzstärkste Film des Jahres 2003 und wurde mit insgesamt 4 Oscarnominierungen belohnt: Ken Watanabe in der Kategorie "Beste männliche Nebenrolle" und für den besten Schnitt, die besten Kostüme und bester Ton. Sehr lobenswert auch der Soundtrack von Hans Zimmer und die Leistung von Kameramann Jon Toll.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

Love and Honor


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Yoji Yamada

Der blinde Samurai...

Yoji Yamada ist ausserhalb seiner Heimat Japan vor allem durch seine hervorragende Samurai Trilogie bekannt, die sich aus den Filmen "Samurai in der Dämmerung" (Entstehung 2002), "Das verborgene Schwert" (2004) und "Love and Honor - Bushi no Ichibun"(2006) zusammensetzt. Mit "Samurai in der Dämmerung" gelang ihm sogar der Sprung in die Nominierungen für den Oscar als ausländischer Film. Ausserdem nahmen alle drei Filme, die allesamt auf einem sehr anspruchsvollen Niveau angesiedelt sind, an der Berlinale teil. Im Jahr 2010 erhielt der Regisseur für seine filmischen Beiträge die Berlinale Kamera. Alle drei Filme sind angesiedelt in der Endzeit der Samurai Ära Bakumatsu. dem letzten Abschnitt der Edo Zeit, um ca. 1853 bis 1867.
Shinnojo (Takuya Kimura), ein Samurai niedrigeren Ranges, lebt mit seiner hübschen und treuen Frau Kayo (Rei Dan) zusammen. Treu ergeben ist ihm auch sein langjähriger Diener Tokuhai (Takashi Sashano). Shinnojo ist gelangweilt von seiner Position als Vorkoster für einen Feudalherrn und spricht davon, eine Kendo-Schule für Jungen aller Kasten zu eröffnen. Bevor er etwas unternehmen kann, wird er krank, nachdem er Sashimi aus Meeresschnecken probiert hat, die falsch zubereitet und somit giftig war - er fällt ins Koma. Eine Untersuchung zeigte zwar, dass die Vergiftung nicht auf eine menschliche Verschwörung zurückzuführen war, aber er wird erst nach 3 Tagen wieder wach. Doh leider stellt jedoch fest, dass das Gift ihn erblindet hat. Sein Onkel wird von Shinnojos Familie gefragt, wie das Paar überleben wird. Er bedauert, dass er niemanden mehr kennt, der Einfluss hat, und fragt Kayo, ob sie jemanden kennt. Sie erzählt, wie Toya Shimada (Bando Mizogoro X), der diensthabende Offizier im Schloss und ein Samurai hohen Ranges, seine Hilfe angeboten hat, und der Onkel hat ihr geraten sie solle sein Hilfsangebot annehmen. Eine Nachricht aus dem Schloss bringt die gute Nachricht, dass Shinnojos Reisgehalt gleich bleibt, also nicht reduziert wird und zwar lebenslang. Doch seine Tante (Kaori Momoi), die sich einmischt, erzählt dem blinden Samurai, dass Kayo mit einem anderen Mann gesehen wurde. Er lässt daher Tokuhei, seinen treuen Diener, ihr folgen - er soll sie beobachten, was sie macht. Kayo bemerkt, dass sie verfolgt wird, und obwohl Tokuhei anbietet, sie zu decken, offenbart sie Shinnojo, dass Shimada seine Hilfe angeboten hat, sie sagt ihm aber auch, dass der Preis sehr hoch war - er drängte sich ihr auf uns zwang sie zum Sex...

Eine Nachricht, die der depressive Samurai erst einmal verkraften muss, denn als treulose Frau hat sie erstmal das Nachsehen. Erst mit der Zeit erkennt er den Liebesbeweis seiner Frau und stellt die Liebe vor die Ehre, was in dieser Zeit in Japan mehr als gewagt war. Es ist schwierig zu sagen welcher von Yamadas Samurai Filmen der stärkste ist, denn alle drei Filme gehören zum Besten was ein Film leisten kann. Zur Belohnung gab es 3 Japanische Filmpreise (Beleuchtung, Kamera Mutsuo Naganuma, bester Nebendarsteller Takashi Sashano), ausserdem 10 weitere Nominierungen. Auch die Musik von Isao Tomita passt großartig zu diesem packenden Meisterwerk.

Bewertung: 10 von 10 Punkten. 
 

Freitag, 17. November 2023

Dark Stone (Reign of Assassin)


Regie: Su Chao-Pin

Die Herrschaft der Mörder...

"Dark Stone" ist ein Wuxia Film aus dem Jahr 2010 von Su Chao-Pin, bei dem Kultfilmer John Woo als Co-Regisseur fungierte. Der Film bietet ausserdem der Schauspielerin Michele Yeoh (Tiger and Dragon, Die Geisha) ihr großes Talent zu zeigen. Sie war auch die erste asiatische Schauspielerin, die einen Oscar für die beste weibliche Hauptrolle (Everything, Everywhere all at once) gewann. 2020 gelang lediglich der Koreanerin Christina Oh für ihre Rolle in "Minari" ein Oscarsieg als beste Nebendarstellerin.
"Dark Stone" hat den internationalen Filmtitel "Reign of Assassin" und spielt während der Ming Dynastie. Darin spielt Michele Yeoh eine Attentäterin, die nach der Beratung eines Mönchs versucht, zu einem normalen Leben zu finden.
Der Film ist nicht umsonst auf die Hauptdarstellerin zugeschnitten, denn Produzent Terence Chang suchte tatsächlich für einen passenden Stoff für seinen Star. Insgesamt setzt der 2010 entstandene Wuxia Film auf eine Mischung aus Mysterium und Spannung.
Wunderbar gestaltet ist der gezeichnete Vorspann des Films, der dem Zuschauer die Geschichte des indischen buddhistischen Mönchs Bodhi erzählt, der die Kunst des Kung Fu und des Glaubens entdeckte. Nach seinem Tod wurden seinen mumifizierten Überreste mystische Kräfte zugesprochen, für viele Kämpfer, Clans und Banden ein echtes Objekt der Begierde. Nachdem die Dark Stone Band herausgefunden hat, dass sich zumindest die Hälfte dieser wertvollen Überreste in den Hänen von Premierministen Zhang befinden, wird dieser von Attentäter ermordet. Auch sein Sohn Renfeng (Guo Xiadong) wird ins Jenseits befördert. Drizzle (Kelly Lin) ist die beste Auftragsmörderin von Dark Stone, doch sie stiehlt die Überreste und flieht. Der Mönch Wisdom (Calvin Li) nimmt sie bei sich auf und erteilt ihr auch Unterricht in seinem Kung Fu. Der Geistliche entdeckt, dass Drizzles Schwertkunst vier fatale Mängel aufweist, die bei einem Kampf möglicherweise entscheidend sind. Ein Meister, so seine Meinung, könnte diese Fehler leicht entdecken und sie könnte im Kampf getötet werden. Er überzeugt die junge Frau aber auch darin, dass sie ihr Leben ändern muss. Es kommt zu einer kurzen Liason, doch am Ende tötet Drizzle den Mönch, die danach aber von Kummer und Schuldgefühlen belastet ist. Bei einem bekannten Chirurgen lässt sie ihr Gesicht operieren und lebt vortan als einfache Stoffhändlerin Zeng Jing (Michelle Yeoh) ein ganz neues Leben. Bald lernt sie den Boten Ah-Sheng (Jung Woo-Sung) kennen und heiratet ihn. Doch ihre frühere Bande hat die Suche nach ihr noch lange nicht aufgegeben...

Als Attentäter der Dark Stone Bande sind Wang Xueqi (Wheel King), Barbie Shu (Türkis), Shawn Yue (Lei Bin) und Leon Dai (als Magier) zu sehen. Der Inszenierungsstil ist etwas spröde, aber gerade deshalb auch beeindruckend.
Merkwürdigerweise stellen die Kämpfe in dem Film, vom besagten Showdown einmal abgesehen, nicht die Highlights dar und das ist gut so. Vielmehr konzentriert man sich auf die Geschichte und das sorgt auch dafür, dass eine subtile Magie sehr dezent aber wirkungsvoll auf den Bildschirm gebracht wird. Kein unnötiges Effektgewitter, das an ein schlechtes Videospiel erinnert, und dafür muss man Regisseur Su in der heutigen Zeit dankbar sein. Ausserdem springen die wunderbaren spröden Sets ins Auge, die von hervorragend eingefangenen Bildern verschönert werden.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Das Schwert der gelben Tigerin (Come drink with me)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie King Hu

Goldene Schwalbe....

Der 1966 in Hongkong gedrehte Wuxiafilm "Das Schwert der gelben Tigerin" wurde von den legendären Shaw Brothers produziert und bedeutete gleichzeitig den Durchbruch seines Regisseurs KIng Hu, der zu einem der einflussreichsten Filmemacher Chinas aufstieg. Der Film ist international unter dem Titel "Come drink with me" bekannt und gilt inzwischen als einer der größten Martial Arts Klassiker aller Zeiten. Er begründete die Karriere seiner Hauptdarstellerin Cheng Pei-pe und wurde von Hongkong als Beitrag ins Oscarrennen geschickt - er kam aber nicht unter die fünf Glücklichen Filme, die für die Kategorie "bester fremdländischer Film" nominiert wurden.
Wenn man Ang Lees "Tiger and Dragon" mit "Come drink with me" vergleicht, dann fallen sofort Ähnlichkeiten auf. King Hu setzte meistens auf eine starke Frauenfigur, die jedoch in Männerkleidung auftritt und zuerst mit "Junger Herr" angesprochen wird. Ausserdem wählte King Hu als Schauplatz eine ganz normale Herberge, in der man essen, trinken und übernachten kann. Dort begegnen sich die befeindeten Kontrahenten erst einmal und versuchen sich gegenseitig etwas abzutasten. Wie begabt ist der Feind im Kampf ? Und "Golden Swallow" (bzw. laut deutschem Text die gelbe Tigerin - gespielt von Cheng Pei-Pei) ist eine äusserst geschickte Kämpferin. Sie hat dieses Gasthaus deshalb betreten, weil sie Zheng Bi, den Provinzrichter und Sohn des Gouverneurs aus der Gewalt der Banditen befreien will. Diese Halunken, die von Jade Tiger (Chen Hung- Lieh) angeführt werden, haben den Mann jedoch als Geisel gefangen, weil sie damit den inhaftierten Oberboss der Gang im Austausch frei bekommen wollen. Jade Tiger gibt 5 Tage Zeit, ansonsten soll der Sohn des Gouverneurs sterben. Wer ist Golden Swallow, die nun ins Geschehen eintrifft ? Es handelt sich um die Schwester des Gefangenen, die aber keineswegs auf die Forderungen der Banditen eingehen will. Ein lokaler Bettler namens Drunken Cat (Yueh Hua) fungiert überraschend als Schutzengel von Golden Swallow und rettet sie zudem später in der Nacht heimlich vor einem Hinterhalt. Als Golden Swallow sich am nächsten Tag bei ihm bedankt, täuscht er Unwissenheit vor und erscheint nur als unverbesserlichen Trunkenbold, der mit seiner Armee von Kindern Essensreste sammelt. Allerdings teilt er den Aufenthaltsort der Banditen heimlich über eine verschlüsselte Nachricht in einem Lied mit, in dem er das traditionelle chinesische Schriftzeichen für Tempel beschreibt. Die Bande des Jadegesichtigen Tigers hat mit Unterstützung seines korrupten Abtes Liao Kung (Yeung Chi-hing)ein örtliches buddhistisches Kloster besetzt. Golden Swallow dringt als Gemeindemitglied verkleidet in das Gelände ein, wird aber schnell von Jadeface Tiger entdeckt und zu einer weiteren Konfrontation gezwungen....

Come Drink With Me“ wurde vor Ort in Taiwan und im Shaw Brothers Studio in Hongkong gedreht. Es war der Durchbruch der jungen Hauptdarstellerin, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 19 Jahre alt war. Cheng hatte keinen Kampfsport-Hintergrund, war aber eine ausgebildete Balletttänzerin und Choreografin,  was Regisseur King Hu als förderlich für seinen Stil des Actionfilmmachens empfand.
Tatsächlich sind seine Kampfszenen perfekt durchchoreographierte Tänze. Eine Nähe zur Peking Oper und den dort bestehenden Bewegungs- und Handlungseffekte ist klar erkennbar.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Das Schwert des gelben Tigers (The New One Armed Swordsman)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Der einarmige Schwertkämpfer und sein bester Freund...

"Das Schwert des gelben Tigers" aus dem Jahr 1971 ist einer der besten Eastern der Shaw Brothers Production. Im Original heißt der Film "New One-Armed Swordsman" und ist sozusagen eine Erweiterung des 67er Erfolgfilms "One Armed Swordsman" (Deutsch: Das goldene Schwert des Königtigers). Mit diesem Film gelang den Shaw Brothers auch der weltweite Durchbruch in den Kinos. Auch in Deutschland lief der Film erfolgreich in den Lichtspielhäusern. Gleichzeitig war dieser spannende Martial Arts Beitrag auch das Karrieresprungbrett für die beiden Hauptdarsteller Ti Lung und David Chiang. Beide wurden bekannt als das "Deadly Duo", wobei der größere Ti Lung immer etwas im Schatten von David Chiang stand, der meistens die effektivere Hauptrolle spielen durfte. So auch hier  in "Das Schwert des gelben Tigers", routiniert und professional gestaltet von Regisseur Chang Chec, der zu Recht den Beinamen "Godfather of Hongkong Cinema" trägt. Er war einer der fleißigsten und einflussreichsten Filmemacher im Martial Art Genre der 60er bis 80er Jahre. Er gab an, dass er am meisten vom Italo Western und vom japanischen Samurai Film inspiriert wurde.
Am Anfang schon nimmt der Film eine ganz dramatische Wendung, denn der junge Schwertkämpfer Lei Li (David Chiang) lässt sich auf einen ungleichen Kampf mit dem erfahrenen und durchtriebenen Fechtmeister Lung (Ku Feng) ein. Lung gilt nicht nur als unbesiegbar, sondern ist in Wahrheit auch ein skrupelloser Verbrecher. Er ist zudem auch der Herr der Tigerburg und ist bekannt dafür alle Kämpfe zu gewinnen und noch nie hat er seinen Konkurrenten im Kampf getötet. Aber alle Verlierer mussten sich nach ihrer Niederlage den rechten Arm abzutrennen. Tatsächlich hat Lei Li - bis dahin unbesiegt - gegen Lungs raffiniert gestalteten dreiteiligen Stab keine Chance. Er trennt sich den Arm ab und schwört zusätzlich nie wieder zu kämpfen. Er zieht sich von der Welt zurück und arbeitet in einem Gasthaus, dort ist der Behinderte zwar sehr geschickt im Umgang mit dem Arbeitsmaterial, aber dennoch wird er von den Gästen oft verspottet. Doch Pa Hsiao (Li Ching), die hübsche Tochter des Dorfschmieds liebt den schweigsamen Mann mit dem Geheimnis. Eines Tages taucht in der Herberge der junge Kämpfer Feng (Ti Lung) auf. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht den Verbrechen nachzugehen, die in der Gegend immer mehr überhand nehmen. Sein Spur führt in die Tigerburg. Sehr schnell kann Feng auch die Freundschaft von Lei Li gewinnen und dieser fasst durch Feng wieder neuen Lebensmut. Die Freunde stehen sich bei, auch wenn Lei Li noch immer keine Waffe anrührt - er hat aber ein sehr schlechtes Gefühl als Feng auf Einladung in die Tigerburg geht...

Der Film konzentriert sich aufs Notwendigste. Die Figuren sind nicht sonderlich tief gezeichnet. Aber dafür stimmt die Dynamik des Films und die Choreografie der Kampfszenen sind extrem gut gelungen. Die Chemie zwischen den Darstellern stimmt, daher stört es auch wenig, wenn die Freundschaft sich sehr schnell herauskristallisiert - es braucht nur ein paar nette Worte von Feng, schon hat Lei Li sein Trauma überwunden und gut ist. Die Kameraarbeit ist vorzüglich - Ting Hsiung Kuo ist ständig beim Geschehen und kann nicht nur bei den Locations draussen punkten sondern auch bei den Studioaufnahmen. Splatter Freunde kommen auch auf ihre Kosten, weil sehr viel rotes Kunstblut fließt und manche Szene ist durchaus brutal. Gerade die Kampfszenen zählen mitunter zum Besten, was das Studio zu bieten hat. Abwechslungsreich, dynamisch und überaus blutig wird ein wahres Ballett des Sterbens getanzt, das auch heute noch zu begeistern weiß. Die hervorragenden Tang und Lau beweisen einmal mehr, dass sie zu den besten ihres Fachs gehören und setzten die Action der beiden Hauptdarsteller gekonnt in Szene. Erst sehr spät wird erkannt was es braucht um den sehr effektiven Bösewicht mit seinem Wunderstab zu besiegen.


Bewertung. 9  von 10 Punkten.

 

Der Kaiser und sein Attentäter (The Emperor and the Assassin)


Regie: Chen Kaige

Der Herrscher der sieben Reiche..

Im Jahr 1999 kam mit Chen Kaiges "Der Kaiser und sein Attentäter" der bis dato teuerste chinesische Film in die Kinos. Es war Kaiges Nachfolgefilm der beiden vorherigen Erfolge "Lebewohl meine Konkubine" und "Verführerischer Mond" und bis heute sein ambitioniertestes Werk.
Sein Fillm erzählt die Geschichte und den Werdegang des ersten Kaisers von China - König Ying Zheng von Qin, gespielt von Li Xuejian.
Im Jahr 247 v. Christus kam der 13jährige Zheng auf den Thron des Qin Königs. Mit 22 erlangte er bereits die volle Regierungsmacht und begann seinen Eroberungskrieg.
Sein Ziel war es die 7 zerstrittenen Reiche Chu, Han, Quin, Qi, Wei, Yan und Zhao zu einen. Im Jahr 230 vor Christus ist das spätere China in diese sieben Königreiche gespalten, zwischen den Herrschaftsgebieten wütet seit Jahren ein erbitterter und grausame Krieg um die Vorherrschaft, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken belässt. Zheng ist Herrscher von Quin und hat inzwischen beinahe die alleinige Macht - seinen getreuen Kanzler Lü Buwei (Chen Kaige) hat er so gut wie entmachtet. Auch die Königinmutter (Gu Yongfei) und ihr getreuer Berater Lao Ai (Wang Zhiwen) sind nicht massgeblich in die Macht eingebunden. Dabei pflegen die beiden eine verbotene Liebe, aus der bereits zwei Söhne hervorgingen. Alles ohne das Wissen des Königs, der sich vor allem als Idealist und Friedensstifter versteht, denn er möchte das riesige Land vereinen mit dem Ziel dauerhaft Frieden zu schaffen und das gesamte Reich zu riesiger Macht verhelfen. Diese Idee gefällt seiner Jugendliebe und Konkubine Lady Zhao (Gong Li) und sie macht sich zur Verbündeten des Königs. Sie hat eine List ersonnen, wie der König von Qin noch mehr Ansehen erlangen kann. Man müsse nur einen Attentäter beauftragen, der natürlich scheitern soll. Dadurch, dass der König dieses Attentat überlebt, kann er in den Augen der Bevölkerung zum überlebensgroßen Herrscher werden. Sie reist aufgrund dieser Mission ins Reich Yan zum dortigen Kronprinzen (Zhou Sun). Gemeinsam mit ihm schmiedet sie dann das Komplott einen Attentäter zu finden. Der beste Auftragsmörder ist Jing Ke (Zhang Fengyi), der allerdings durch die Begegnung mit einem blinden Mädchen (Zhou Xun), dessen ganze Familie er kaltblütig abschlachtete, dem Töten abgeschworen hat. Der Kaiser selbst zieht mit einer Schreckensarmee durchs Land und beginnt ein Terrorregime gegen jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Von seinen Idealen bleibt nichts mehr übrig. Als auch noch sämtliche kInder einer Stadt von seiner Armee ermordet werden, schlägt sich Lady Zaho auf die Gegenseite...

Der Film deckt einen Großteil des Werdegangs des ersten Kaisers von China ab, erinnert an seine frühen Erfahrungen. Er wird zuerst als positiver Visionär dargestellt, der versucht, der Welt Frieden oder Einheit zu verschaffen. Die Erfahrungen, die er durch Verrat und Verluste macht, verwandeln ihn jedoch langsam in einen wahnsinnigen Tyrannen.
Kaige Monumentalfilm besticht durch die Liebe zum Detail - der Film ist ein opulentes Epos, bei dem eine alte Kultur wieder lebendig wird und aufersteht. In China wurde dem Film von offizieller Seite Geschichtsverfälschung vorgeworfen. Der Regisseur kümmert sich tatsächlich wenig um die historische Authentizität, vielmehr konzentriert er sich auf die Charaktere seiner Figuren.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

 

Die verborgene Festung

                                            Regie: Akira Kurosawa Drei Schufte und die Prinzessin... Die verborgene Festung" ist ei...