Sonntag, 29. Oktober 2023

Die fliegende Guillotine (The Flying Guillotine)

 

Die Todesfaust des Cheng Li (The Big Boss)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Lo Wei

Der große Boss...

 Bereits der erste Kinofilm mit Bruce Lee in der Hauptrolle wurde ein riesiger Kinoerfolg. "Die Todesfaust von Cheng Li" wurde 1971 in Hongkong und Thailand von Regisseur Lo Wei inszeniert. Die Premiere des Kung Fu Films fand in einer Mitternachtsvorstellung im Queens Theatre im Hongkonger Central District statt, das Publikum stand auf, klatschte und jubelte am Ende des Films. Ein neuer Kinoheld war geboren und bereits nach mehreren Tagen war er dort die neue Nr. 1 der erfolgreichsten Kinohits aller Zeiten. International wurde der Film unter dem Titel "The Big Boss" vermarktet. Genauso erfolgreich war "The Big Boss" in Sinapur und Malaysia. Trotz des enormen Erfolgs von „The Big Boss“ im Fernen Osten waren die ausländischen Verleiher zunächst zurückhaltend, da sie nicht glaubten, dass der Film außerhalb Asiens Potenzial hätte. Erst als der Film 1972 in Beirut  plötzlich ein Überraschungshit wurde, wurden sie aufmerksam. Plötzlich kamen Käufer aus aller Welt nach Hongkong, um den Film zu kaufen, der bald neue Märkte für chinesische Filme wie Südamerika, Afrika und Südeuropa eröffnete. So begann auch der Siegeszug in Europa. Im Mai 1973 lag er auch an der Spitze der US-Kinocharts und schloß im Jahresranking mit einem guten Platz in der Kino-Top20 ab. Trotz seines knappen Budgets von 100.000 Dollar spielte der Film weltweit fast 50 Millionen Dollar ein. Hauptfigur ist der junge Chinese Theng Chao-an (Bruce Lee), der bisher in Tangshan lebte und nun nach Pak Chong in Thailand gereist ist um dort bei seiner Adoptivfamilie ein neues Leben anzufangen. Er bekommt auch sehr schnell einen Job in der dort ansässigen Eisfabrik, in der auch sein Cousin Hsu Chien (James Tien) und weitere Cousins (Kam San, Ricky Chin, Li Hu Sze, Billy Chan Wui-ngai, Lau Ching Ying) arbeiten. Schon bei Theng Chao-ans Ankunftstag gab es Ärger, weil eine Straßengang eine Eisverkäuferin (Nora Mia) bedrohten. Aber da der Neubürger seiner Mom in China versprochen hat jedem Ärger aus dem Weg zu gehen, hält er sich daran und lässt seinen Cousin die aggressive Meute besiegen. Als Symbol dieser Abmachung trägt er ein Jadeamulett um den Hals. Cheng beginnt seine Arbeit in der Eisfabrik, doch der Ärger lässt nicht nach. Als ein Eisblock versehentlich zerbricht, fällt ein Beutel mit weißem Pulver heraus. Zwei der Cousins werden Zeuge von dem Vorfall und werden nach ARbeitsende vom Vorarbeiter (Chan Chue) zum Gespräch gebeten. Dort werden sie mit der Wahrheit konfrontiert, denn die Firma schmuggelt Rauschgift im gro0en Stil. Als sie es ablehnen mitzumachen und auch ein Schweigegeld ablehnen, warten draußen schon die Killer auf die Beiden. Sie kommen nach der Arbeit nicht mehr heim und auch in den nächsten Tagen gibt es keine Spur von Ihnen. Der Fabrikbesitzer Hsiao Mi (Han Ying Chieh) macht seinen Arbeitern und der Familie aber vor, dass er sofort die Polizei eingeschaltet hat und dass die Vermissten bereits gesucht werden. Der Sohn des Fabrikbesitzers (Lau Wing) belästigt indessen Theng Chao-ans Cousine (Maria Yi), auf die auch unser aufrechter Held ein Auge geworfen hat. Hsu Chien und Ah Pei (Billy Chan),ein weiterer Cousin von Cheng, gehen zu Hsiao Mis Villa, um herauszufinden, was mit den beiden Cousins passiert ist. Hsu bezweifelt Hsiaos Behauptung, er wisse nichts und droht, sich an die Behörden zu wenden. Daraufhin hetzt Hsiao seine Bande gegen das Duo, und nach einem brutalen Kampf werden auch beide getötet und ihre Körper versteckt. Als die chinesischen Arbeiter der Eisfabrik erfahren, dass auch Hsu vermisst wird, verweigern sie die Arbeit und beginnen einen Aufstand gegen das thailändische Management, dem sich eine Gruppe angeheuerter Schläger anschließt. Während des Chaos reißt einer der Schläger versehentlich Chengs Amulett ab und zerbricht es. Wütend stürzt sich Cheng in die Schlägerei und schlägt einige der Schläger, woraufhin diese fliehen. Um die Spannungen abzubauen, macht der Manager der Eisfabrik Cheng zum Vorarbeiter und lädt ihn an diesem Abend zu einem Abendessen ein. Dies sorgt später bei Chengs Familie und Freunden für großes Unbehagen, die glauben, dass Cheng arrogant wird und mehr Zeit damit verbringt, seine neue Position zu genießen, als bei der Suche nach ihren Brüdern zu helfen. Sie ärgern sich immer mehr über ihn, doch natürlich wird Cheng im Laufe der Handlung herausfinden, welcher Weg der richtige ist....


Das Ende, das mit einem Polizeiensatz endet, ist mehrdeutig und es bleibt offen welche Zukunft Cheng erwartet. Denn der von ihm getötete Industrielle hatte einmal erwähnt, dass er mit dem Polizeichef auf Du und Du ist. Und der hohe Collateralschaden, den Cheng vor der luxuriösen Villa hinterlassen hat, sieht nun wirklich nicht nach "Ende gut, alles gut" aus, auch wenn er in der Schlußeinstellung von seiner Cousine liebevoll umarmt wird, während die Polizeieskorte hinter den Verliebten läuft. Eine einfache Story wurde hier sehr effektiv in Szene gesetzt und Bruce Lees erster Großerfolg ist trotz der einfachen Story mit einem guten Spannungslevel ausgestattet.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

 

Das Schloß im Spinnwebwald (Throne of Blood)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Akira Kurosawa

Shakespeare im alten Japan....

Nicht erst mit "Ran" verfilmte der grosse japanische Filmregisseur Akira Kurosawa einen Stoff von Shakespeare. Bereits 3 Jahrzehnte, im Jahr 1957, vorher nahm er sich dem "Macbeth" Stoff an. Wieder verlagert er die Geschichte in das alte Japan und lässt eine magische, brutale und faszinierende zeit auferstehen.Dieser düsterer s/w-Film hat die gleiche hervorragende Qualität wie die Polanski Adaption mit Jon Finch und Francesca Annis aus dem Jahr 1971.  Dabei hat Kurosawa auf die Poesie und Sprache von Shakespeare verzichtet, macht dies aber mehr als wett durch die geniale Bildsprache seines Films. Gelungen ist ihm eine Geschichte über den Abstieg in die Hölle aufgrund von Gier und Aberglauben. Wörtlich übersetzt heißt der Film "Burg Spinnennetz" - in Deutschland bekannt unter dem Titel "Das Schloß im Spinnwebwald"
Dieser Spinnwebwald führt zum Schloß oder es entfernt den Feind vom Schloß. Denn der magische Wald ist das Zuhause von guten und bösen Geistern.
Die Generäle Miki (Minoru Chiaki) und Washizu (Toshiro Mifune) sind Samurai-Befehlshaber und Freunde von Lord Tsuzuki (Hiroshi Tarikawa), einem lokalen Fürsten, der in der Burg des Spinnennetz-Waldes regiert. Nachdem sie die Feinde des Fürsten im Kampf besiegt haben, kehren sie zu Tsuzukis Schloss zurück. Auf ihrem Weg durch den dichten Wald, der das Schloss umgibt, treffen sie auf einen bösen Geist in der Gestalt einer alten Frau (Chieko Naniwa), die ihnen die Zukunft voraussagt. Der Geist sagt ihnen, dass Washizu heute zum Herrn der nördlichen Garnison ernannt wird und Miki Kommandant der ersten Festung wird. Dann prophezeit der Geist, dass Washizu schließlich Herr der Spinnennetzburg werden wird, und schließlich sagt er Miki, dass sein Sohn Herr der Burg werden wird. Als die beiden zu Tsuzukis Anwesen zurückkehren, belohnt er sie mit genau dem, was der Geist vorhergesagt hatte. Als Washizu dies mit Asaji (IsuzuYamada), seiner Frau, bespricht, manipuliert sie ihn dazu, den zweiten Teil der Prophezeiung wahr werden zu lassen, indem sie den Mord des Fürsten planen, als dieser sie überraschend besucht...

Toshiro Mifune spielt den japanischen Krieger, der durch eine Weissagung einer unheimlichen alten Frau im Spinnwebwald zum neuen Herrn seines siegreichen Hauses ausgerufen wird - nur dumm, dass der Herrscher noch lebt. Ich habe den Stoff von Shakespeare auch schon deshalb immer sehr interessant gefunden, weil er beleuchtet, zu was für fatalen Reaktionen ein Mensch imstande ist, wenn er ein Zukunftsorakel von "oben" erhält. Das Schicksal selbst.. oder die Handlungsweisen wie er diese Ereignisse dann eben mit seinem eigenen Zutun herbeiführen und steuern kann, was vorher vielleicht nur als Wunsch im Unterbewussten schlummerte - und nun durch dieses Orakel plötzlich Bilder in Richtung Verwirklichung hat. Eine Legitimation für sein Handeln hat, weil es von einer höheren Macht so dirigiert wird. Der Mensch, der in dieser auferlegten Rolle der Marionette sogar zum Mörder werden kann, weil Ruhm und Macht vorhergesagt wurden. Geradezu widersprüchlich, wenn er einerseits machtlos und dennoch ganz aktiv als der Täter daran beteiligt ist.
Es gibt aber noch dieses zweites Orakel, dass der Freund, der mit ihm durch den Wald ritt, erhalten hat und das den Haken am ersten Orakel schon andeutet. Was dazu führt, dass Mifune seinen Freund, dessen Sohn (Akira Kubo) und die engsten Verbündeten des Fürsten (Takashi Shimura und Hiroshi Tarikawa) vernichten muss, bevor er selbst im Hagel von hunderten Pfeilen seinen Tod findet. Kurosawas Schlüsselfilm ist ein abgründiges Meisterwerk.

Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Die Rache der Karateka (Heroes shed no Tears)


Regie: Chu Yuan

Helden weinen nicht...

Chu Yuan verfilmte im Jahr 1980 unter dem Titel "Heroes shed no tears" (Deutscher Titel: Die Rache der Karateka) einen Roman von Gu Long.
Auch der Filmsong hat den gleichen Namen und wird von Jenny Tseng gesungen, mit der der Hauptdarsteller Alexander Fu Sheng verheiratet war.
Ein sehr typischer Chu Yuan Film, dessen Filme für die Shaw Brothers Production meistens einen sehr märchenhaften Touch hatten und die auch durch eine komplexe Handlung zu erkennen waren.
Der blutjunge Hsiao Chin Fei (Alexander Fu Sheng) erhält von seinem Meister (Ching Miu) das geheimnisvolle "Schwert der Tränen", dass nur gezogen wird, um zu töten. Außerdem erhält Hsiao von seinem Meister den Auftrag, herauszufinden, wer die alleinige Macht an sich reißen will.
Und der charismatische Zhuo Donglai (Derek Yee), der Sohn eines berühmten Kampfkunstmeisters, hat das Potential dazu. Er ist ein exzellenter Kämpfer in der Welt, in der der Stärkere regiert - doch seine wahre Stärke liegt in der Manipulation seiner Umgebung und dem Ersinnen von fiesen Intrigen. Er ist schlau und rücksichtslos und will mit dieser Strategie seine Konkurrenz besiegen. Mit Täuschung, Verrat und Bestechung macht er sich daran den Status seiner Rivalen zu zerstören. Zhumeng (Ku Feng) ist ein Ehrenmann und Künstler, der die Perfektion liebt und sich gerne den Künsten widmet. Er liebt die schöne Graceful ((Chiu Ya-Chi), seit sie 3 Tage und 3 Nächte mit ihm getanzt hat. Der Anführer Sze Ma Chao-chun (Jason Pai Piao) gilt als der Stärkste, er wird als wahrer Held angesehen und vertraut aber seinem engsten Berater Zhuo Donglai.
Eine Schlüsselrolle spielt der mysteriöse Mann in Grau (Yueh Hua), der eine legendäre Holzbox mit sich führt, die die Essenz von 13 der effektivsten Waffen beinhaltet.
Natürlich ist den Helden am Anfang nicht ganz klar, wer tatsächlich der machthungrige Mann ist, der alle anderen ausschalten will, um alleine zu regieren.
Immerhin hat der junge Schwertkämpfer Gao Jianfei, das besondere Schwert der Tränen dabei, das wahrscheinlich entscheidet sein wird, wenn es zum Endkampf kommt.
Der Youngster verliebt sich allerdings in die Geliebte von Zhumeng, mit der er eine Nacht verbringt. Diese Liason wirkt sich natürlich nicht gerade günstig auf seine neugewonnene Freundschaft mit Zhumeng aus. Daher gelingt es dem Manipulatior immer wieder die Oberhand durch sein perfides Spiel zu gewinnen...

Die von Tang Chia inszenierten Kampfszenen sind häufig und beinhalten hauptsächlich Speer und Schwert, sind aber alle recht kurz, aber gut inszeniert. Es wird viel herumgesprungen - auch in der Luft.  Die Schauspieler sind allesamt recht kompetent im filmischen Kampfgeschehen, obwohl man sich wünscht, dass Fu Sheng Gelegenheit gehabt hätte, seine Kung-Fu-Fähigkeiten im Nahkampf unter Beweis zu stellen, die er in seinen Filmen für Regisseur Chang Cheh so meisterhaft zur Schau stellte. Und es ist auch schade, dass der gutaussehende Junge mit dieser seltsamen Perücke seine Rolle spielen muss. 
Insgesamt ist "Die Rache der Karateka" ein recht atmosphärischer Eastern
Wieder fühlt man sich als Zuschauer inmitten der künstlichen, märchenhaften, surrealen Sets dr Shaw´s, die dem ganzen diese besondere Atmosphäre verleihen. In dieser Szenerie spielen sich die hinterhältigen Intrigen und exploxiven Kämpfe ab und es geht natürlich darum, ob die Guten oder die Bösen die Vorherrschaft in dieser Martial World erringen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Der Todesblitz der Shaolin (The New Shaolin Boxers)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Ein Mann allein...

"The New Shaolin Boxers" aus dem Jahr 1976 ist hierzulande bekannt unter dem Titel "Der Todesblitz der Shaolin". Regie in dieser Shaw Brothers Production führte Chang Cheh, der auf seine bevorzugten Themen und Zutaten setzt. Allerdings wird in diesem Kung Fu Film nicht im Verbund von Waffenbrüdern gekämpft, die zu Brüdern geworden sind. In "New Shaolin Boxers" steht ein Mann alleine da - ähnlich wie im legendären Western "High Noon". Chang Chehs Held hat aber lange nicht die Reife und Erfahrung wie Sheriff Will Kane, sondern Zhong Jiang (Alexander Fu Sheng) ist ein Hitzkopf, der sich aber für das Gute und für die Gerechtigkeit einsetzt. Ein Junge, der seine Umgebung haarscharf beobachtet und schon lange bemerkt hat, dass eine Gang die Macht in seiner Stadt hat. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bringt ihm immer wieder Schwierigkeiten ein. Auch sein Shaolin Meister Zhou (Shan Mao) hält ihn für zu naiv und gutmütig. Er ermahnt ihn seine neugierige Nase nicht überall hineinzustecken. Doch vergeblich. Es geht soweit, dass sich die Händler in der Stadt auch gegen den Youngster stellen, denn durch sein Engagement für das Recht bekommen sie noch mehr Ärger mit Gangsterboss Feng (Johnny Wang), der die Stadt immer mehr im Griff hat. Zhong Jiang verliert seinen Job als Rikschafahrer und auch in der Kung Fu Schule soll er nun nicht mehr auftauchen. Nur seine Freundin Huang (Jenny Tseng) kann seine Handlungen verstehen. Zu der hübschen Xiao Li (Hsia Hui Wu) hat er ein Bruder/Schwester Verhältnis und er blickt misstrauisch auf deren Boyfriend Li Ting (Stephan Yip), weil dessen Vergangenheit mit der Bande verknüpft ist. Eines Tages kommt es zur köperlichen Konfrontation mit Feng (Johnny Wang), dessen rechter Hand (Leung Kar Yan) und weiteren Schurken. Doch sein Meister verhindert schlimmeres und sieht als Ausweg nur noch, dass der Junge die Stadt verlässt und bei einem Meister (Chen Hui-Lou) der in den Bergen wohnt, Unterricht nimmt. Doch in der Zwischenzeit überschlagen sich die Ereignisse in der Stadt...


Am Ende muss der junge Held ganz alleine seine Mission für Gerechtigkeit und Rache ausüben. Doch wie immer in den Chang Cheh Klassikern zahlt der Held einen hohen Preis - nicht selten gibt der Protagonist zur Durchsetzung seiner Mission auch sein Leben. Eine typische Rolle für Alexander Fu Sheng, der durch sein Charisma und weil er sehr viel von seiner eigenen Personality mit einbringt,  perfekt besetzt ist. Im Grunde ist die Story einfach, doch der Regisseur ist in seinem Element und inszeniert gewohnt sehr emotional und daher ist das "Gut" und "Böse" Schema auch hier enorm kraftvoll.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 15. Oktober 2023

Little Big Soldier

 

Regie: Sheng Ding

Der Bauer und der General...

Im Jahr 227 vor Chr.: China steht kurz vor der sogenannten Reichseinigung, doch noch tobt grausamer Krieg. Gleich sieben Königsreiche sind im ständigen Kampf um die Vorherrschaft.
Die Zivilbevölkerung leidet indes Hunger und hat das Kriegstreiben gehörig satt.
Bei einer großen Schlacht zwischen den Armeen der Reiche Wei und Liang gibt es unzählige Tote auf dem kilometerlangen Schlachtfeld - und nur zwei Überlebende: Ein kleiner, unbedeutender Liang-Soldat (Jackie Chan). Dieser Leung Kwok ist eigentlich Bauer und würde viel lieber das Feld bestellen, als jetzt einsam, allein und verloren durch dieses blutige Schlachtfeld zu tapsen. Doch noch jemand hat überlebt. Ein We-General names Weiguo (Lee Hom Wang), der leicht verlezt ist. Kurz entschlossen lädt der kleine Liang-Soldat den Körper des Generals auf einen Karren, um ihn in seine Heimat zu bringen und die Belohnung für einen wichtigen feindlichen General einzukassieren.  Doch die Reise ist natürlich alles andere als ein Spazierung, denn in diesem Feindesland müssen sie sich zahlreichen Gefahren stellen, da gibts zahlreiche Banden, Wegelagerer und singende Frauen (Peng Lin), die gerne Pferde klauen.
Was der kleine, einfältige, aber kampfeserprobte Soldat noch nicht weiss: Der Wei-General ist Thronanwärter und wird von seinem fiesen jüngeren Brüderchen Prinz Wen (Sung Yun Yoo) verfolgt, der nach dem Leben des Erstgeborenen trachtet...

"Little Big Soldier" ist unterhaltsame Produktion aus dem fernen China, Regie führte Sheng Ding nach einem Drehbuch von Jackie Chan. Gerade Chan spielt recht sympathisch und seine Figur erinnert stark an Akira Kurosawas tölpelhafte Bauern Tahei und Matatashi aus "Hidden Fortress" - interessanterweise bietet "Little Big Soldier" auch dieses ungleiche Paar mitten im Feindesland. Dafür wird Chans typischer Slapstick nur selten eingesetzt.
Ausserdem überzeugt der Film durch eine wundervolle Optik und zeigt uns die Schönheiten der wilden chinesischen Natur wie kaum ein anderer zuvor.
Die Kamerabilder von Zhao Xiaoding haben sogar stellenweise ein Flair von monumentalem Kino.
Leider will der Spagat zwischen Humor und ernsthaftem Epos nicht immer perfekt gelingen. Dennoch bleibt kurzweilige, nette Easternunterhaltung...

Bewertung: 7 von 10 Punkten

The Warlords


Regie: Peter Chan / Wai Man

Three Kingdoms


Regie: Daniel Lee

Helden, Schlachten, Legenden...

China zur Zeit der drei Reiche (ca. 208 - 280 n.Chr): Eine gewalttätige, düstere und kriegerische Zeit.
Am Ende der Han-Dynastie gab es drei große Konkurrenten, von denen jedoch keiner stark genug war, seine Rivalen zu besiegen. Das Kaiserreich war in drei Königreiche aufgeteilt: Wei im Norden, Wu im Süden und Shu Han im Westen.
In dieser Zeit geht der junge Krieger Zhao Zilong (Andy Lau) zur Shu-Armee. Er will kämpfen, dass das Reich endlich zur Ruhe kommt und Frieden herrscht. In dem gutmütigen Soldaten Luo Ping-An (Sammo Hung), findet er vor der ersten grossen Schlacht einen treuen Freund und Kameraden, der ihn auf seinem weiteren Weg begleiten wird.
Zhao Zilong macht dann etwas völlig Unerwartetes und startet mit einer kleinen Gruppe Kameraden einen Angriff auf eine völlig überraschte, wesentlich stärkere Armee. Er steigt somit zum mächtigen Heerführer auf und wird einer der fünf gefürchteten Tigergeneräle. Bis er Jahre später als älterer Mann und vom Volk gefeierte Legende auf seinen ärgesten Feind stößt: Cao Ying (Maggie Q), die Enkelin des feindlichen Königs Cao Cao der Wei Familie, dessen Schwert Zhao Zilong durch eine Jahre zurückliegende Heldentat aufgrund versierter Kampftechnik entwenden konnte. Die schöne Frau wird zur erbittertsten Feindin, eine Figur die ebenfalls nur vom Krieg geprägt ist mit Hass, Skrupellosigkeit und vor allem mit einer energischen Entschlossenheit. Attribute, die in dieser Zeit für die grossten Heerführer unerlässlich sind ...

 

Daniel Lee verfilmt hier nicht den kompletten Roman über die drei Reiche, denn dieses Mammutwerk besteht aus vier Büchern mit hundertzwanzig Kapiteln. Er widmet seinen Film einen der unzähligen Charaktere des Romans - Zhao Zilong.
Für die perfekte Action-Choreographie ist Sammo Hung verantwortlich. Seine Duelle sind gar nicht so federleicht wie in "Tiger and Dragon" sondern knallhart und bodenständig.
"Three Kingdoms" ist ein durchgehend sehr rauhes und archaisch wirkendes Schlachtenepos, dass sich durch die rasante Actionchoreographie und die monumentalen Bilder der Schlachten immer mehr zu einem sehr authentischen, packenden und bildgewaltigen Historiendrama steigert.
Ein Film, dem man die 25 Millionen US-Dollar Produktionskosten in jeder Szene ansieht. Epische Kamerafahrten, überfüllte Schlachtfelder, aufwändige Kostüme und Kulissen - also alle Zutaten für ganz grosses Kino sind gegeben. Man muss sich aber darauf einlassen können, dass der Film fast ausschliesslich an den Kriegsschausplätzen spielt, seine Nebenhandlungen nur leicht streift und sich völlig seinen überlebensgrossen Helden hingibt, Durch die Wucht der Bilder gelingt sogar ein magischer Sog.
Ein wunderbares Heldenepos, vielleicht sogar eines der besten Historienfilme der letzten Jahre. Opernhaft und doch so minimalistisch und zurück zu dem, was Genrekino ausmacht.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Samurai der Dämmerung (The Twilight Samurai)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Yoji Yamada

Seibei Iguchi, der Samurai der Dämmerung...

"Twilight Samurai" ist auch bekannt unter dem Titel "Samurai der Dämmerung" und entstand 2002 unter der Regie von Yoji Yamada. Der Samurai Film konnte 2004 eine der begehrten Oscarnominierungen für den besten ausländischen Film erlangen, musste sich aber am Ende durch "Die Invasion der Barbaren" geschlagen geben. Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts, gegen Ende der Tokugawa Zeit, kurz bevor die Ära der Samurai durch die Meji Restauration ein Ende findet. Die Geschichte wird von Ito erzählt, die sich an die Kindertage und an ihren Vater, den Samurai Seibei Iguchi (Hiroyuki Sanada) erinenrt, der früh seine Frau verliert und nun alleine für seine beiden kleinen Töchter Kayano und Ito sorgen muss. Mit zur Familie gehört die senile Mutter von Seibei, die inzwischen ihren eigenen Sohn nicht mehr zu kennen scheint. Seibei ist ein niederrangiger Samurai, von seinen Kollegen beim Speicheramt des Fürsten wird er als viel zu ruhig und anständig gesehen. Er geht jeden Abend nach der Arbeit gleich heim, anstatt mal ein bisschen Vergnügen im Wirtshaus mit den Anderen zu suchen. Durch die Überforderung mit seiner Familie lässt er sich ein bisschen gehen und pflegt sich wenig. Das fälllt auch dem Fürsten auf, dre ihn wegen seinem strengen Körpergeruch rügt. Dies bekommt auch der Onkel, das Oberhaupt der Sippe, mit. Dieser wünscht, dass Seibei sehr schnell wieder heiratet, denn eine Frau für den Haushalt fehlt. Seibei lehnt ab.
Kurze Zeit später trifft er seinen alten Freund Michinojo Iinuma (Mitsuru Fukikoshi)  , der ihm erzählt, dass seine Schwester Tomoe (Rie Myazawa) als geschiedene Frau zur Familie zurückgekehrt ist, nachdem sich ihr Mann Toyotarou Kouda (Ren Osugi) als Säufer und Schläger herausgestellt hat.  Dieser stellt seiner geschiedenen Frau immer noch nach und bedroht Tomoes Bruder. Seibei greift ein und bietet Kouda ein Duell an, das dieser zu Seibeis Überraschung schon für den nächsten Tag ansetzt. Zur Überraschung aller macht der heruntergekommene Seibei beim Kampf eine gute Figur...

Mit "Samurai der Dämmerung" gelang dem Macher ein äusserst authentischer Samuraistreifen, der zu einer Zeit angesiedelt ist, als die große Ära dieser Ritter langsam ans Ende kam. Statt viel Action und Kampf zeigt Yoji Yamada in erlesenen Bildern viel vom normalen Leben und Alltag eines Samurai. Der Film wirkt gerade wegen seiner stillen, bescheidenen Struktur und beschreibt das Leben eines friedfertigen Mannes, der allerdings immer noch mit seinem Traditionen verzwurzelt ist. Besonders nachhaltig wirkt auch das Zusammentreffen Seibeis mit seinem Widersacher Zenemon Yogo (Min Tanaka) am Ende des Films.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

13 Assassins


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Takashi Miike

Der Höllensturm bricht los...

2010 inszenierte Takashi Miike den Samuraifilm "13 Assassins" - somit eine Neuverfilmung des gleichnamigen Klassikers von Eiichi Kudo aus dem Jahr 1963. Miikes Remake ist dem Original ebenbürtig.
Als Edo-Zeit wird der Abschnitt der japanischen Geschichte von 1603 bis 1868 bezeichnet, in dem die Tokugawa-Shogune herrschten, benannt nach dem damaligen Namen der Hauptstadt, Edo (heute Tokio). Er beinhaltet die längste ununterbrochene Friedensperiode eines Landes in der Neuzeit weltweit.
Um ca. 1840 ist auch die Zeit angebrochen, in der langsam aber sicher die Macht der Samurai schwindet.
Der ehrenvolle Samurai Shinzaemon (Koji Yakusho) wird zu dieser Zeit mit einer schwierigen, geheimen Aufgabe betraut. Der Halbbruder des regierenden Shoguns, Fürst Naritsugu (Inagaki Goro), ist ein grausamer und sadistischer Schlächter, der das Volk sowie seine Gefolgsleute nach Willkür quält und tötet.
Selbt der Ältestenrat des Shogun sieht keinen anderen Ausweg mehr, als dieses Attentat zu befehlen.
Shinzaemon ist von den Greueltaten seines Herrschers derart angewidert, dass er sich an seinen Eid, diesem ewige Treue und Gefolgschaft zu schwören, nicht mehr gebunden fühlt und stattdessen dem Herrscher ein Ende setzen will.
Doch das Ansinnen bleibt nicht lange geheim, immerhin hat sich Naritsugu noch mehr Feinde gemacht und er weiss, dass man ihm nach dem Leben trachtet.
Auf seiner Seite kämpft ebenfalls ein ehrenvoller Samurai, der loyale und erfahrene Hanbei (Masachika Ichimura) beschützt.
Dieser ist zwar über die Tyrannei seines Herren auch nicht erfreut, aber er hat nun mal diesen Eid der bedingungslosen Treue geschworen und fühlt sich bis in den Tod an diesen gebunden.
Bald kann sich Shinzaemon 11 weitere Samurai um sich scharen, die für diese Mission ihr Leben lassen wollen.
Es sind dies Kuranaga Sabeita (Hiroki Matsukaja), sein Stellvertreter in dieser Mission.
Ebenfalls dabei Shimada Shinrokuro (Takayuki Yamada), Shinzaemons Neffe - ein Frauenheld und Spieler.
Da wären Ishiduka Rihei (Kazuki Nimioka), der Ronin Hirayama Kurjuro (Tsuyoshi Ihara), Mitsuhasahi Gunjuro (Ikki Sawamura), Otake Mosuke (Seji Rokkaku), Hioki Yasokichi (Sosuke Takaoka), Higuchi Gennai (Yuma Ishigaki), Horri Yahachi (Koen Kondo), Sahara Heizo (Arata Furuta), der noch sehr junge Ogura Shoujiro (Masataka Kubota).
Den 13ten Mann finden sie im Wald, es ist wohl ein Verwandter von Kurosawas Kikuchiyo aus "Sieben Samurai"...dieser Kiga Koyata (Yusuke Iseya) behauptet von Samurais abzustammen, sehr zur Belustigung der Anderen, die ihn zuerst nicht ernstnehmen, aber immerhin kann der schräge Vogel die Männer aus dem Wald führen in das Dorf, wo der Sturm auf den Typrannen stattfinden soll.
Doch statt der erwartenden 70 Mann starken Leibgarde sind es dreimal mehr kampferprobte Krieger, die der Fürst zum Schutz bei sich hat...


In dem Moment als ich als Jugendlicher zum ersten Mal Akira Kuroswawas "Die verborgene Festung" gesehen habe, wurde ich sofort Fan dieser archaischen Samuraifilme.Vor allem von Kurosawas "Sieben Samurai" ist der ein Jahrzehnt später entstandene "13 Assassins" von Eichi Kudo, von dem Japans interessanter Vielfilmer und Genrespezialist Takashi Miike ein furioses Remake gemacht hat. Der Film ist richtig wuchtig und somit auch Kino in Reinform. Große Männer, große Schlachten, große Ziele und vor allem ein überlebensgroßer Kampfessturm, der so gut inszeniert ist, dass man phasenweise mit offenem Mund vor der Glotze oder Leinwand sitzt. Als die Männer im Dorf ankommen, ist bereits die Hälfte des Films erreicht, und Miike wird eine monumentale Schlacht entfesseln, die immer blutiger und hoffnungsloser wird...hier wird am dem Schlachtfeld für eine übergeordnete Sache gestorben, aus dem Leibern fliesst das Blut. Grandios auch der Schlußakkord, der den Film mit diesen Szenen dann endgültig zum Meisterwerk macht.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Die verborgene Festung

                                            Regie: Akira Kurosawa Drei Schufte und die Prinzessin... Die verborgene Festung" ist ei...