Samstag, 14. Oktober 2023

Zatoichi


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Takeshi Kitano

Genremix

Erfolgsregisseur Takeshi Kitano (Hana-Bi, Brother) wurde von einer Bekannten des verstorbenen Zatoichi Darstellers der 60er Jahre Shintaro Katsu gebeten, die Filmreihe fortzusetzen.  Kitano nahm einige Modernisierungen dieser Filmkultfigur vor. Optisch verändert wurde der blinde Schwertkämpfer durch blonde Haare und durch ein rot angemaltes Stockschwert, um seinen Außenseiterstatus noch stärker zu unterstreichen.
Der 2003 realisierte Film "Zatoichi - Der blinde Schwertkämpfer" wurde ein großer Kinoerfolg und spielte weltweit mehr als 32 Millionen Dollar ein.
Er wurde am 2. September 2003 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt, wo er den prestigeträchtigen Silbernen Löwen für die beste Regie gewann, und erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen im In- und Ausland.
Die Ausgangslage erinnert dabei stark an Akira Kurosawas "Yojimbo", bei dem zwei verfeindete Clans eine Kleinstadt mit Terror überziehen. Dabei streben beide Konkurrenten nach der uneingeschränkten Macht in der Stadt.
In Kitanos Film ist bereits der Ginzo Clan der uneingeschränkte Herrscher im Ort. Zur selben Zeit kommt ein blinder Mann (Takeshi Kitano) dorthin, nachdem er erfolgreich eine Gruppe Banditen ins Jenseits schickte, die ihn ausrauben wollten. Der Mann ist blind, aber ein ausgezeichneter Schwertkämpfer. Er kommt bei einer Bäuerin (Michiyo Ookusu) unter. Er revanchiert sich für die Unterkunft indem er der Frau den Rücken massiert oder das Holz hackt. Shikichi (Gadarukanaru Taka), der Neffe der Bäuerin, nennt ihn daher "Masseur".  Shikichi ist extrem spielsüchtig. Auch ein sehr fähiger Ronin (Tadanobu Asano), der mit seiner Frau (Yui Natsukawa) ist seit kurzem in der Stadt. Da die beiden mittellos sind, lässt er sich von Ginzo (Itoku Kishibe) als Killer und Leibwächter engagieren.
Auch zwei Geisha Schwestern (Daigoro Tachibana und Yuuko Daike) hat es in diesen seltsamen Ort verschlagen. Die beiden Geschwister haben als Kinder miterleben müssen, wie ihre Eltern von Killern ermordet wurden. Die Spur nach diesen Mördern führte sie in diese Kleinstadt. Die Rache ist oberstes Gebot und Zatoichi bietet den beiden Geschwistern seine Hilfe an....


 Eine der beiden Geishas ist ein Mann in Frauenkleidern. Sein Schicksal: Er wurde als Kind ohne Eltern von einem Mann missbraucht. So greift Kitano auch ein seltenes Thema im japanischen Film auf: Homosexualität.
Gesamthaft erlebt der Zuschauer einen klasse Genremix, gefüllt mit vielen Kinoerinnerungen und verpackt in atmosphärische Bilder. Italo Western, Kurosawa, Kung Fu, House of Flying Daggers...am Ende ein getanzter  Schlussakkord, der das eigentliche Genre "Musical" offenbart...es fehlt nur noch der Mega Swimming Pool, bei dem Esther Williams feat. Kung Fu Badenixen ins Wasser eintauchen.
Die Stepptanzgruppe "Stripes" Ist für diesen dynamischen Vortrag - typisch japanisch - verantwortlich.
nteressant ist der rhythmische Einsatz von Geräuschen der Bauern, die mit ihren Harken das Feld pflügen, oder von Handwerkern, die mit ihren Werkzeugen die Holzbalken für ein neues Haus bearbeiten. Diese Rhythmen, die im Stepptanz am Ende des Films wieder aufgenommen werden, stehen meistens im Gegensatz zur eigentlichen Filmmusik und erzeugen dadurch einen spannenden Kontrast.
 Vorher gabs aber viel Blut, viele Heroes, Tootsie und von Takeshi Kitano alles treffsicher als Einheit im Hier und Heute transportiert.
Der Film ist ein grossen Vergnügen....gutes Kino eben.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

 

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