Regie: Takeshi Kitano
Genremix
Erfolgsregisseur Takeshi Kitano (Hana-Bi, Brother) wurde von einer
Bekannten des verstorbenen Zatoichi Darstellers der 60er Jahre Shintaro
Katsu gebeten, die Filmreihe fortzusetzen. Kitano nahm einige
Modernisierungen dieser Filmkultfigur vor. Optisch verändert wurde der
blinde Schwertkämpfer durch blonde Haare und durch ein rot angemaltes
Stockschwert, um seinen Außenseiterstatus noch stärker zu
unterstreichen.
Der 2003 realisierte Film "Zatoichi - Der blinde Schwertkämpfer"
wurde ein großer Kinoerfolg und spielte weltweit mehr als 32 Millionen
Dollar ein.
Er wurde am 2. September 2003 bei den Internationalen
Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt, wo er den prestigeträchtigen
Silbernen Löwen für die beste Regie gewann, und erhielt zahlreiche
weitere Auszeichnungen im In- und Ausland.
Die Ausgangslage erinnert dabei stark an Akira Kurosawas "Yojimbo",
bei dem zwei verfeindete Clans eine Kleinstadt mit Terror überziehen.
Dabei streben beide Konkurrenten nach der uneingeschränkten Macht in der
Stadt.
In Kitanos Film ist bereits der Ginzo Clan der uneingeschränkte
Herrscher im Ort. Zur selben Zeit kommt ein blinder Mann (Takeshi
Kitano) dorthin, nachdem er erfolgreich eine Gruppe Banditen ins
Jenseits schickte, die ihn ausrauben wollten. Der Mann ist blind, aber
ein ausgezeichneter Schwertkämpfer. Er kommt bei einer Bäuerin (Michiyo
Ookusu) unter. Er revanchiert sich für die Unterkunft indem er der Frau
den Rücken massiert oder das Holz hackt. Shikichi (Gadarukanaru Taka),
der Neffe der Bäuerin, nennt ihn daher "Masseur". Shikichi ist extrem
spielsüchtig. Auch ein sehr fähiger Ronin (Tadanobu Asano), der mit
seiner Frau (Yui Natsukawa) ist seit kurzem in der Stadt. Da die beiden
mittellos sind, lässt er sich von Ginzo (Itoku Kishibe) als Killer und
Leibwächter engagieren.
Auch zwei Geisha Schwestern (Daigoro Tachibana und Yuuko Daike) hat
es in diesen seltsamen Ort verschlagen. Die beiden Geschwister haben
als Kinder miterleben müssen, wie ihre Eltern von Killern ermordet
wurden. Die Spur nach diesen Mördern führte sie in diese Kleinstadt. Die
Rache ist oberstes Gebot und Zatoichi bietet den beiden Geschwistern
seine Hilfe an....
Eine der beiden Geishas ist ein Mann in Frauenkleidern. Sein Schicksal: Er wurde als Kind ohne Eltern von einem Mann missbraucht. So greift Kitano auch ein seltenes Thema im japanischen Film auf: Homosexualität.
Gesamthaft erlebt der Zuschauer einen klasse Genremix, gefüllt mit
vielen Kinoerinnerungen und verpackt in atmosphärische Bilder. Italo
Western, Kurosawa, Kung Fu, House of Flying Daggers...am Ende ein
getanzter Schlussakkord, der das eigentliche Genre "Musical"
offenbart...es fehlt nur noch der Mega Swimming Pool, bei dem Esther
Williams feat. Kung Fu Badenixen ins Wasser eintauchen.
Die Stepptanzgruppe "Stripes" Ist für diesen dynamischen Vortrag - typisch japanisch - verantwortlich.
nteressant ist der rhythmische Einsatz von Geräuschen der Bauern,
die mit ihren Harken das Feld pflügen, oder von Handwerkern, die mit
ihren Werkzeugen die Holzbalken für ein neues Haus bearbeiten. Diese
Rhythmen, die im Stepptanz am Ende des Films wieder aufgenommen werden,
stehen meistens im Gegensatz zur eigentlichen Filmmusik und erzeugen
dadurch einen spannenden Kontrast.
Vorher gabs aber viel Blut, viele Heroes, Tootsie und von Takeshi
Kitano alles treffsicher als Einheit im Hier und Heute transportiert.
Der Film ist ein grossen Vergnügen....gutes Kino eben.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
Der Film ist ein grossen Vergnügen....gutes Kino eben.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.






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