
Regie: Feng Xiaogang
Der Kaiser ist tot, lang lebe der Kaiser
China im 10. Jahrhundert zur Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche.
907 nach Christus ist das Reich der einst mächtigen Tang Dynastie zerbrochen. Rebellionen und Aufstände sind an der Tagesordnungen.
Eine kriegerische Zeit, in der abtrünnige Kriegsherren ihr eigenes Reich proklamieren und die Kaiserfamilie hart um ihren Stand zu kämpfen hat. Doch deren Rehabilitierung scheint vor allem deshalb nicht möglich, weil das Leben im Adelshaus selbst von Affären und Intrigen geprägt ist.
Li (Ge You) besteigt als neuer Kaiser den Thron, nachdem sein Bruder unter fragwürdigen Umständen, ein schwarzer Skorpion habe ihn gebissen, sein Leben lassen musste.
Nun hat er als neuer Kaiser gleichzeitig auch das Recht auf die Frau des Bruders, die junge, schöne Kaiserin Wan (Zhang Ziyi).
Der neue Kaiser sieht vor allem im Sohn seines toten Bruders Wu Luan (Daniel Wu) eine Gefahr. Was wäre, wenn er sich irgendwann rächen würde ? Denn im Palast wird gemunkelt, dass der Kaisersthron nur durch Brudermord errungen werden konnte.
Die junge Wan war vor der Hochzeit mit dem alten Kaiser in diesen Prinz Wu Luan verliebt, der wurde daraufhin in vorläufig in ein Kloster verfrachtet, wo er seinen geliebten Künsten nachgehen konnte.
Verlobt ist Wu Luan mit der jungen Quing Nu (Zhou Xun), der Tochter des Marschalls und hohen Ministers (Ma Jingwu) am Hof.
Der neue Kaiser befiehlt heimlich die Ermordung des rechtmässigen Erben. Das Attentat misslingt im ersten Anlauf. Wu Lan reist in die Hauptstadt, wo er trotz Verlobung auch wieder die alte Liebe zu Wan bemerkt..."The Banquet" im Original "Yeyan" (Der Ruf des Kaisers) ist ein chinesischer Film aus dem Jahr 2006. Regie führte Feng Xiaogang, der sonst eher auf Filmkomödien spezialisiert ist.
International wurde der Film zuerst auf den internationalen Filmfestspielen von Venedig aufgeführt, wo er sehr unterschiedliche Kritiken bekam.
Man warf dem Film Oberflächlichkeit vor, klasse Form aber wenig Inhalt.
Was ich so, als ausgesprochener Fan von Bilderfilmen, nicht ganz nachvollziehen kann. Und immerhin hat der Film doch mit der Figur der Kaiserin eine sehr interessante und widersprüchliche Figur zu bieten, die nie so ganz zu durchschauen ist.
Ursprünglich war "The Banquet" als chinesischer Vorschlag für den Oscar vorgesehen, dann wurde aber Zhang Yimous Film Der "Fluch der goldenen Blume" ausgewählt - ebenfalls ein Film über die Intrigen am Kaiserhof. Hongkong bestimmte dann "The Banquet" als seinen Oscarkandidaten für den besten fremdsprachigen Film.
Die opulente Ausstattung wurde mit dem Bau einer 180 m langen und 60 m breiten Kulisse des Kaiserpalastes gekrönt.
Der Film lehnt sich stark an Shakespeares "Hamlet" an und knüpft daher an die Tradition asiatischer Shakepeare-Adaptionen an, besonders die Verfilmungen von Akira Kurosawa "Ran" oder "Das Schloß im Spinnwebwald" bleiben hier unvergessen.
Feng Yiaongang geht allerdings eher frei mit der Vorlage um und es gelingt ihm ein tragisches Portrait einer falschen Spinne zu entwerfen, die ihr Netz so lange zwischen die widerstrebenden Protagonisten spinnt, bis es reißt.
Der Film wird oft als schwächere Ausgabe von "Tiger and Dragon" angesehen, wobei die Handlungen doch extrem verschieden sind. Natürlich gibts auch hier, vielleicht vor allem fürs westliche Publikum, einige stylisch choreoraphierte Kämpfe in den Baumwipfeln mit Protagonisten, die der Schwerkraft trotzen. Diese Szenen wirken vielleicht zu kalkuliert, aber der düstere Film hat viele klasse Momente. Besonders in Erinnerung bleibt der erste Anschlag auf den Prinzen im Kloster, bei dem die Mönche - alle mit einer Maske - um ihr Leben kämpfen.
Oder aber auch die starke Szene - wieder mit Maske - als der junge Prinz beim Bankett eine Theateraufführung inszeniert, in der der Mord an dem Vaters vor den Augen des Täters aufgezeigt wird Bewertung: 8 von 10 Punkten.




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