Gefrässige grüne Toa Tie Monster....
Fünf Jahre war es still um den erfolgreichen chinesischen Regisseur
Zhang Yimou, der in den späten 80ern und frühen 90ern lange Zeit mit
Aufführverboten für seine Filme durch die chinesichen Zensurbehörden
belegt war. Seine Themen spielten sich im ländlichen China ab und
zeigten gesellschaftliche Veränderungen und starke Frauen (Rote Laterne,
Das Leben der Quiu Ju) des Landes. Inspiriert durch Ang Lees Welterfolg
"Tiger and Dragon" drehte er auch spannende Wuxia und martial Arts
Streifen wie "Hero", "House of the flying daggers" oder "Der Fluch der
goldenen Blume". Es folgten der knallige "A Woman, a gun and a noodle
Shop" und der dramatische "Flowers of Love". Mit "The Great Wall", das
ein Budget von ca. 150 Millionen Dollar brauchte, präsentiert er
erstmalig einen Blockbuster mit amerikanischen Geldern. Die
chinesisch-amerikanische Co-Produktion spielte aber das Geld sehr
schnell wieder ein - inzwischen ist ein Box Office Ergebnis von 332
Millionen Dollar zu verzeichnen. Somit ist "The Great Wall" - auch wenn
die Kritik zwiespältig ausfiel - sein bisher erfolgreichster Film. Auch
wenn "The Great Wall" eindeutig ein Mainstream Blockbuster Film
darstellt, ist Zhang Yimou aber seiner Linie dennoch treu geblieben -
und verfilmt weiterhin chinesische Geschichten im Martial Arts Style.
"The Great Wall" meint die chinesiche Mauer und erzählt dem Zuschauer
ein Märchen, eine Sage oder eine chinesiche Legende. Angesiedelt ist die
Geschichte in der Song-Dynastie (von 960 bis 1276 nach Christus). In
dieser Zeit reisen europäische Söldner ins Reich der Mitte, sie suchen
nach dem Schwarzpulver, dem ersten bekannten Explosivstoff und für den
Besitzer von ungeheurem Wert - denn damit kann man Schlachten und Kriege
gewinnen. Mit zu diesem räüberischen Söldnertrupp gehören William
Garrin (Matt Damon) und Pero Tovar (Pedro Pascal). Sie sind auf der
Flucht vor feindlichen Khitan-Truppen als sie von einem Monster
angegriffen werden. Einige Söldner sterben dabei, William gelingt es mit
der Hilfe eines magnetischen Steins dem Tier die Kralle abzutrennen.
Einen Tag später stehen sie vor der großen Mauer und werden gefangengenommen.
Dort erfahren sie, dass es sich bei diesem furchteinflössenden Wesen um
einen Taotie handelt. Einem Vielfraß von saurierähnlicher Gestalt und
alle 60 Jahre als Armee zum Leben erweckt - vor allem erscheint es den
Menschen, die mit Gier und Völlerei in Verbindung gebracht werden. Die
riesige Armee des Kaisers (Wang Junkai) hat die Aufgabe, dass die
Monster die hohe imposante Mauer nicht überqueren können. Und die ist
gut vorbereitet mit einer Nahkampf-Truppe, einer Akrobatikeinheit, den
Bogenschützen und weiteren Spezialeinheiten. Bald bemerken William und
Pero, dass es nicht einfach ist den ort zu verlassen. Mit dem
undurchsichtigen Ballard (Willem Dafoe) lernen sie einen weiteren
Europäer kennen, der schon Jahre lang in der Festung gefangen gehalten
wird. Die mutigsten Kämpfer von General Wus (Eddie Peng) Armee in der
bevorstehenden Schlacht mit den monsterhafen Fabelwesen sind Lin Mae
(Tiang Jin), Wang (Andy Lau) und der junge Peng Yong (Lu Han). Im ersten
Angriff schlagen sich auch William und Pero sehr gut, so werden sie zu
Verbündeten der Armee. Doch noch immer existiert der Plan das
Schwarzpulver in der Festung zu entwenden und zu türmen. Doch William
spürt immer mehr Verantwortung für diesen Kampf gegen die Tao Tei, die
vermutlich aus einem grünen Meteor stammten, der 2000 Jahre zuvor im
Gouwo-Berg abstürzte. Lediglich dieser Magnet könnte eine Chance sein
die Monster unschädlich zu machen. Zumindest bei einem gefangenen
Exemplar gelingt dies. Doch die Königin der gefrässigen Echsenwesen hat
schon einen Tunnel durch die große Mauer gegraben und nähern sich der
Hauptstadt des Reiches....
Mit Matt Damon konnte ein Big Star für die Hauptrolle gewonnen werden,
aber der Film hat auch noch andere interessante Figuren zu bieten. Die
kommen aber etwas zu kurz, weil der Schwerpunkt des Monstermärchens auf
den Tricks und CGI Effekten liegt. Die sind zwar gut gemacht, aber
nehmen der Geschichte dann aber doch etwas an magischer Atmosphäre.
Stattdessen gibts aber grandiose Bilder zum Bestaunen - wie in jedem
Zhang Yimou Film. Die beiden oscarnominierten Kameramänner Stuart
Drybrurgh (Das Piaon) und Zhao Xiaoding (House of the flying daggers)
liefern eine hervorragende Leistung. Und die Tao Tie sind schon richtig
originelle Kinomonster mit ihren grünen Körpern und riesigen Mäulern.





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen